235. VEF-Sonderfahrt
Jubiläum 60 Jahre VEF
am Samstag, den 25. September 2010

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Das 60-Jahr-Jubiläum des VEF, dem ältesten österreichischen Eisenbahnfreundeverein, gebührend zu feiern, war uns allen ein großes Anliegen. Nachdem der Termin Samstag, 25. September 2010 feststand, ging es an die Planung der Veranstaltung. Seitens der Arbeitsgruppe Straßenbahn wurde von Beginn an das Wiener Straßenbahnmuseum als idealer Veranstaltungsort für die Festveranstaltung angesehen.

Noch im Frühjahr wurden die ersten grundsätzlichen Gespräche mit den Wiener Linien und insbesondere mit der Leitung des Wiener Straßenbahnmuseums über die Durchführung der Veranstaltung geführt und konnten sogleich auch für uns positiv abgeschlossen werden, sodass wir mit der Detailplanung des Programms beginnen konnten.

Am Samstag, 25. September 2010, starteten um 09.00 Uhr zwei Straßenbahnsonderzüge der Arbeitsgruppe Straßenbahn von der Schleife Gallgasse, nächst unserer derzeitigen Heimatremise Speising in Richtung Erdberg. Der erste Zug war zugleich auch die erste Garnitur der Arbeitsgruppe Straßenbahn K 2447 + m3 5376 mit der seinerzeit am 18.2.1979 die 96. VEF-Sonderfahrt geführt wurde. Der zweite Zug bestand aus dem Triebwagen M 4134 und dem erst seit kurzem restaurierten Beiwagen m3 5312

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Die beiden Züge fuhren auf zwei verschiedenen Fahrtrouten in Richtung Erdberg, um möglichst vielen Vereinsmitgliedern eine standesgemäße Anreise mit günstigen Zustiegsmöglichkeiten ins Wiener Straßenbahnmuseum zu bieten. 

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In St. Marx trafen die beiden Garnituren wieder aufeinander und fuhren kurz nach 11.00 Uhr gemeinsam in das Wiener Straßenbahnmuseum ein. D2010-04864  2447+5376 - 4134+5213  Museum Erdberg, 25.09.2010.JPG (101817 Byte) DSC_3823.JPG (94256 Byte)

Hier waren bereits die Fahrzeuge, die der Eigentümer VEF als Leihgabe dem Wiener Straßenbahnmuseum zur Verfügung gestellt hat, vor der Halle II zu einer Parade aufgestellt.

Von der Plattform des Triebwagens D 244 aus begrüßte unser Mitarbeiter Herr Christian Peschl als Moderator die zahlreich erschienenen Verbandsmitglieder und die geladenen Ehrengäste. Er verlas auch eine Grußbotschaft von Herrn Direktor Gunter Mackinger, dem es sehr leid tat auf Grund dienstlicher Termine nicht zu der Festveranstaltung persönlich kommen zu können.

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Selbstverständlich ließ es sich auch unser Verbandspräsident Mag. Alfred Luft nicht nehmen die anwesenden Gäste zu begrüßen, den Verbandsmitgliedern für ihre langjährige Treue zum VEF, und den Wiener Linien für die jahrzehntelange gute Zusammenarbeit zu danken.
Das Wiener Rathaus entsandte in Vertretung von Frau Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner den Leiter des Gemeinderatsauschusses Planung und Verkehr Herrn Gemeinderat Karlheinz Hora, der im Namen der Stadt Wien die Leistungen des VEF würdigte. Herr MMag. Dr. Harald Brock, Direktor der AG der Wiener Lokalbahnen, hob in seiner Ansprache natürlich den Bezugspunkt Hofsalonwagen besonders hervor.

Als letzter Redner ging Herr Dipl.-Ing. Dr. Michael Lichtenegger als „Hausherr“ des Wiener Straßenbahnmuseums besonders auf die Leistungen der Straßenbahnfreunde der ersten Stunde ein, die bereits vor mehr als 50 Jahren den Grundstock der Fahrzeugsammlung des VEF gelegt haben. Den heute aktiven Mitarbeitern der VEF-Arbeitsgruppe Straßenbahn sprach er Lob und Anerkennung für das Engagement technisch historisch wertvolles Kulturgut zu erhalten aus. Weiters würdigte er die mittlerweile auch schon über 30-jährige fruchtbare Zusammenarbeit von Verein und Wiener Linien.

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Nach den Ansprachen stand für die Ehrengäste der Triebwagen Z 4208 für eine kleine Rundfahrt um das Straßenbahnmuseum bereit. Als Fahrer fungierte der langjährige Leiter des Wiener Straßenbahnmuseums Herr Oberamtsrat i.R. Prof. Harald Marincig.

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Nach dem offiziellen Festakt wurde nun von unseren Mitarbeitern Fritz Wanek und Wolfgang Miedler jeder VEF eigene Wagen aus der Parade geholt und vom Moderator Martin Mannsbart dem Publikum vorgestellt:

Wagen G2 2003, Baujahr 1909, der sich als ehemaliger „Exkursionswagen“ (erkennbar an den vier großen Bogenfenstern) im Zustand der späteren Verwendung im normalen Linienverkehr präsentiert. D2010-04905  2003+1948  Museum Erdberg, 25.09.2010.JPG (127060 Byte)
Beiwagen u3 1948, Baujahr 1950, Neuaufbau des Wagenkastens auf einem Fahrgestell der Type u. Von der VEF-Arbeitsgruppe Straßenbahn im Jahr 2008 mit viel Liebe zum Detail restauriert. D2010-04904  2003+1948  Museum Erdberg, 25.09.2010.JPG (125267 Byte)
Triebwagen G2 2051, Baujahr 1907, Beiwagen k1 3210, Baujahr 1910 und Beiwagen k2 3442, Baujahr 1912. Diese Beiwagenserie wurde entwickelt, um mit den H- und K-Triebwagen große Dreiwagenzüge bilden zu können. DSC_3871.JPG (101756 Byte)
Triebwagen D 244, Triebwagen mit Fachwerkfahrgestell, rekonstruiert aus sz1 7174 (d2 5110) und einem bauartgleichen Untergestell GVB L3 aus Graz. D2010-04907  244  Museum Erdberg, 25.09.2010.JPG (127155 Byte)
Triebwagen D1 314, Umbau 1925 aus Triebwagen der Type D. Der Wagen 314 trug als D-Triebwagen die Nummer 161. Er hat eine sehr abwechslungsreiche Geschichte. Nach dem aktiven Dienst in Wien wurde er im Jahr 1942 an die Straßenbahn Baden bei Wien verkauft, wo er bis zur Einstellung dieser Straßenbahn im Jahr 1951 Dienst leistete. Von der Lokalbahn Wien–Baden übernommen, wurde er mit einem Benzinmotor und einem Generator ausgestattet, um forthin als fahrdrahtunabhängiger, benzinelektrischer Hilfswagen 1002, später 02, für Oberleitungsreparaturen verwendet zu werden. Im Jahr 1976 wurde er ausgeschieden und für Museumszwecke hinterstellt. In den Jahren 1995 bis 1997 erfolgte dann an dem Fahrzeug eine grundlegende Rekonstruktion.
Gekuppelt mit s2 1504, gebaut 1871 als Pferdetramwaywagen Nr. 340. Eigentum des Technischen Museums Wien.
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Der „Amerikaner“ Triebwagen Z 4208, Baujahr 1939, kam im Zuge des Marshall-Planes von der 1948 aufgelassenen New Yorker Straßenbahn nach Wien. Die Type Z war vom 13. März 1950 bis 5. September 1969 bei der Wiener Straßenbahn in Betrieb und ist als „Exote“ tief im Bewusstsein der Wiener Bevölkerung verankert. D2010-04916  4208  Museum Erdberg, 25.09.2010.JPG (105285 Byte)
Schienenstoßmesswagen SM 6115, Baujahr 1920. Mit diesem Wagen konnten auf der Straßenbahn und Stadtbahn während der Fahrt Haarrisse der Schienen oder schlechte Übergänge bei Schienenstößen gemessen werden. Der im Wagen befindliche Einanker-Umformer erzeugte eine von der Fahrspannung ausgehend reduzierte Spannung, diese wurde an zwei Schleifringe geschaltet (jeweils umschaltbar auf „linke“ oder „rechte“ Schiene eines Gleises). Durch den bei einer Unterbrechung (erhöhter Widerstand) aufgrund des eingeprägten Stromwerts ansteigenden Spannungswert konnten durch Auslösung der Messeinrichtung örtlich genau Fehler im Gleis festgestellt werden. Als Besonderheit hat dieser Wagen Räder mit einer Holzeinlage zur Isolation des Wagens gegen die Schienen. D2010-04927  6115  Museum Erdberg, 25.09.2010.JPG (112891 Byte)
Besonderer Gast war der Hofsalonwagen 200, der mit der VEF-Geschichte untrennbar verbunden ist. Er war, nachdem er vom VEF erworben wurde, von 1955 bis 1969 das Vereinslokal des VEF, zuerst in der Remise Wolfganggasse und später im Bahnhof Hütteldorf-Hacking. Dank des freundlichen Entgegenkommens der AG der Wiener Lokalbahnen wurde uns dieses spezielle Fahrzeug für unsere Feierlichkeiten zur Verfügung gestellt. DSC_3894.JPG (101702 Byte)

Am „Direktionsgleis“ vor dem Verwaltungsgebäude waren ausgestellt:
Beiwagen u2 3802, Baujahr 1911, Sommerwagen mit Lenkachsen. Die Seiten-Fensterwände sind herausgenommen und im Lager des Straßenbahnmuseums deponiert. Bei plötzlich auftretendem Regen konnten seitlich Planen herabgelassen werden.
Beiwagen d
2 5064, Baujahr 1924, Umbau aus Triebwagen der Type D.

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Den Abschluss des Festgeländes zur Erdbergstraße bildete der Dampftramwayzug mit der Lok DT 11, Baujahr 1885 mit dem Dampftramwaybeiwagen 72, Baujahr 1886, beide im Eigentum des Technischen Museums Wien, und dem geschlossenen Güterwagen Nr. 711, des NÖ-Lokalbahnmuseums, der bis 1995 bei den VEF-Betriebswagen in der Remise Ottakring hinterstellt war. DSC_3836.JPG (108167 Byte)

Nach der Parade gab es für die Gäste die Qual der Wahl: Entweder mit dem Z-Triebwagen eine Fahrt nach St. Marx genießen oder sich bei Heidi’s Catering in der Halle III mit Würstchen und Sandwichs  von den Strapazen des Vormittags zu stärken. Es war für alle Teilnehmer genug Zeit vorhanden, um beide Programmpunkte nacheinander zu absolvieren.

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Mit vielen großartigen Eindrücken und gestärkt vom Buffet fuhren die Festgäste mit den beiden Straßenbahnzügen K 2447 + m3 5376 und M 4134 + m3 5312 in Richtung Simmering.

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Beim 3. Tor des Wiener Zentralfriedhofes standen zwei Busse, ein Nostalgiebus der ÖBB und ein Bus der WLB für den Weitertransport der Teilnehmer nach Schwechat bereit. Leider war es unserem Partnerverein „Österreichisches Omnibusmuseum“ nicht möglich einen Nostalgiebus zu stellen und dieser sagte uns daher kurzfristig ab. Doch Dank unserer guten Kontakte zu den Wiener Lokalbahnen sprangen diese ad hoc ein und stellten mit einem ihrer Busse den Transport aller Jubiläumsgäste zum Eisenbahnmuseum Schwechat sicher.

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Im Eisenbahnmuseum Schwechat wurden die Teilnehmer bereits von den Aktiven des Museums und Repräsentanten der Standortgemeinde erwartet und freundlich empfangen. In Festreden wurde die Bedeutung des Museums für die Dokumentation österreichischer Schienenverkehrsgeschichte und die kulturhistorische Szene der Stadt Schwechat gewürdigt.

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Text: Martin Mannsbart
Fotos: © Kurt Gozdal (17), Dipl.-Ing. Gerhard Schumann (14), Sabine Grahsner (3) und Dipl.-Ing. Eduard Saßmann (3)

Mehr Fotos von den 60-Jahr-Feierlichkeiten im Eisenbahnmuseum Schwechat finden Sie unter
http://www.eisenbahnmuseum.at/joomla/index.php?option=com_phocagallery&view=category&id=9:60-jaehriges-jubilaeum-des-vef-25092010&Itemid=6


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